Zeugnisse an der G-Schule
Aus aktuellem Anlass möchte ich eine Frage in den Raum stellen. Eine Bekannte von mir arbeitet als HFL an einer Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Sie hat eine eigene Klasse, der Sonderschullehrer hat die Klassenleitung über insgesamt 3 Klassen. Jetzt zu meiner Frage: Es ist an dieser Schule mittlerweile eine Selbstverständlichkeit, dass die HFLer die Zeugnisse und die Förderpläne schreiben und der Sonderschullehrer nur noch seine Unterschrift darunter setzt. Meiner Meinung nach ist das ein absolutes Unding, da DAS meiner Meinung nach in keinem Fall in den Aufgabenbereich der HFL fallen sollte und soweit ich weiss auch nicht darf. Stimmt das? Was haltet ihr davon?
Nun meine Frage: Weiss jemand, ob es irgendwo festgeschrieben steht, dass die Zeugnisse die Aufgabe der Sonderschullehrer sind und nicht der HFLer? VSO-F? Irgendeine andere Gesetzesquelle? Vielen Dank!






Mit Gesetzestexten kann ich momentan leider nicht dienen.
Aber selbstverständlich sollte die Klassenleitung die Zeugnisse schreiben!
Schließlich ist die Klassenleitung ja die Person, die die Kinder am Besten kennt! (Vorsicht Ironie!)
Ach Moment, da war doch was!
Es soll ja Sonderpädagogen geben, die bis zu drei Klassenleitungen haben und nur wenige Stunden in der Woche mit den Schülern verbringen.
Dann ist natürlich der Förderlehrer derjenige, der die Kinder am Besten kennt.
Demnach ist die Klassenleitung gar nicht die Klassenleitung und braucht somit auch keine Zeugnisse schreiben
Im Ernst: Ich denke jeder Sonderpädagoge, der drei Klassenleitungen hat, ist froh über jedes Zeugnis, das er nicht selbst schreiben muss. Zumal er über Schüler schreiben müsste, die er gar nicht richtig kennt…
Zeit wirds, dass sich an dieser Situation etwas ändert.
)
Aktuell gibt es wohl das Problem mit den drei Klassenleitungen noch an einigen G-Schulen. Ich habe aber schon von G-Schulen gehört, an denen es nur noch wenige Sonderpädagogen mit zwei Klassenleitungen gibt. Beides im Bundesland Bayern (bisher Land der mehrfachen Klassenleitung in G
Wie sich der Unterschied von Schule zu Schule erklärt, weiß ich allerdings nicht. Hängt das von der Durchsetzungskraft der Schulleitung ab?
Das weiss ich auch nicht, wovon das abhängt. Dennoch möchte ich da noch einmal nachhaken: Es ist ja eigentlich kein Zustand, dass nicht jeder Schüler in Bayern (Deutschland) das gleiche Recht auf eine ausgebildete Lehrkraft hat, sondern es mittlerweile beinahe normal erscheint, dass “Förderlehrer”, deren Aufgabengebiet ursprünglich die Unterstützung der Lehrkraft in der Klasse war, den Unterricht schmeissen. Ich will auch hier nicht den mittlerweile leider schwelenden Streit zwischen Sonderschullehrern und HFLern bedienen, in dem die eine Partei der anderen vorwirft, ihnen die Arbeitsplätze zu verwehren (Die meisten Junglehrer der Fachrichtung G werden an SFZs eingesetzt) und die andere Partei Angst um ihre Stellung hat. Meiner Meinung nach muss jeder Schüler, egal welche Einschränkung er hat, von einem Lehrer unterrichtet werden. Doppelte und dreifache Klassenleitungen entwerten die Kompetenz des Sonderschullehrers – das Schreiben der Zeugnisse muss dennoch seine Aufgabe bleiben, auch wenn diese ihn überfordert. Anstatt nämlich die Überforderung nach Außen zu tragen und der Öffentlichkeit, allen voran den Eltern, klar zu machen, dass ihre Kinder eben keinen richtigen Lehrer in der Klasse haben, werden diese Aufgaben still und heimlich auf die Heilpädagogen abgewälzt, von denen es leider auch sehr viele gibt, die sich freuen, noch mehr Verantwortung übernehmen zu dürfen, sich aber offen über die Gehaltsunterschiede beschweren. Der Weg ist meiner Meinung nach der Falsche, denn anstatt sich dafür einzusetzen, gemeinsam für bessere Bildungsverhältnisse an der G-Schule zu kämpfen, zerfleischt man sich untereinander. Es hatte ja einen Grund, dass ich meinen Beitrag geschrieben habe, da ich von einer Schule weiß, in der sich jetzt mehrere Heilpädagogen beschwert haben, da sie ALLE Zeugnisse ihrer Klasse schreiben und der Sonderschullehrer KEINS schreibt, genauso sieht es auch mit den Förderplänen aus. Die Beschwere wurde abgetan und es gab sogar die Anweisung, dass die Heilpädagogen die Zeugnisse zu schreiben hätten. Und das geht meiner Meinung nach gar nicht…!
Hallo Florian, da muss ich dir wirklich Recht geben. Ich habe das Ganze sehr einseitig nur unter dem Aspekt der Arbeitserleichterung für den Sonderpädagogen mit drei Klassenleitungen gesehen.
Natürlich sollte auch jeder Schüler mit geistiger Behinderung das Recht auf einen Lehrer haben. Die Realität ist meist anders und offenbar auch bei mir schon zur Normalität geworden. Danke fürs Wachrütteln!
Hallo Florian – Hallo Matthias,
könnt ihr den nicht “Bayern” unter uns mal die Abkürzung HFL erklären?
Das System im Süden der Republik unterscheidet anscheinend von dem in NRW.
An Schule für den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung und Körperliche/Motorische Entwicklung arbeiten Förderschullehrer und Fachlehrer. Fachlehrer sind meist Erzieher, die eine Zusatzausbildung durchlaufen – auch eine Art Referendariat machen und Ubesuche haben.
Sie haben in der Regel nicht die Klassenleitung – und je nach Schule und Alter und Einstellung und System unterrichten sie Kulturtechniken oder eben nicht. Sie erhalten weniger Geld, können meines Wissen aber auch verbeamtet werden. (War jedenfalls in der Vergangenheit so!)
Ich arbeite mit einer Fachllehrerin im Team und wir teilen uns die Aufgaben meist. Sprich sie schreibt in jedem Fall die Zeugnistexte für ihre Unterrichtsbereiche. Den allgemeinen Teil schreibe ich als Förderschullehrerin größtenteils in Ansprache mit ihr selbst.
Ich kenne keinen Fall, in dem ein Lehrer mehrere Klassenleitungen übernimmt. Nur den, dass eben Kollegen überhaupt keine Leitung inne haben, dafür entsprechend viel Fachunterricht geben.
Also – klärt uns im Norden auf!
Viele Grüße Vanessa
Au Backe – bitte seht über die Flüchtigkeitsfehler hinweg!
Hallo Matthias, Florian und Vanessa,
ich bin Fachlehrerin an einer Förderschule für geistige Entwicklung in NRW. Ich habe die Zusatzausbildung zur Fachlehrerin wie Vanessa beschrieben hat und außerdem eine Ausbildung zur Erzieherin und Dipl. Sozialarbeiterin und frage mich, warum ich nicht in der Lage sein sollte ein Zeugnis zu schreiben, nur weil ich nicht das entsprechende Studium habe.Ich habe meine gesamte Berufslaufbahn mit geistig behinderten Menschen gearbeitet und behaupte mal, dass mein Unterricht bestimmt nicht schlechter ist als der eines Sonderpädagogen.
Übrigens erteile ich auch die Kultutechniken an unserer Schule, wie die meisten meiner Kollegen mit meiner Ausbildung auch. Bei uns ist es üblich, dass wir das Schreiben der Zeugnisse unter den Kollegen der Klasse je nach Stellenanteil aufteilen. Jeder schreibt natürlich zu seinen erteilten Fächern. Den allgemeinen Teil schreiben sowohl Sonderpädagogen als auch Fachlehrer.
Die ungerechte Bezahlung ärgert mich schon manchmal, aber wenn ich nicht die gleichen Aufgaben erfüllen dürfte, mit Ausnahme des Testens für den sonderpädagogischen Förderbedarf, hätte ich keine Lust an der Schule zu arbeiten.
Viele Grüße Bärbel
Den allgemeinen Teil schreibt jeder von uns.
Hi!
http://de.wikipedia.org/wiki/Heilpädagogischer_Förderlehrer
Denke damit ist alles gesagt
In Bayern ist es üblich, dass an den G-Schulen HFLs den Unterricht leiten und Sonderpädagogen die Klassleitung über 1-3 Klassen haben. Der Sonderpädagoge “leitet” an und besitzt letztendlich die sonderpädagogische Kompetenz und arbeitet eng mit dem HFL zusammen. In der Praxis sieht das dann so aus, dass ein Sonderpädagoge kaum Bezug zu seinen Schülern aufbauen kann und im schlimmsten Fall mehr oder weniger in der Luft hängt, da er nur ein paar Stunden in seinen Klassen ist.
@Bärbel: Du hast dennoch eine komplett andere Berufsausbildung als ein Sonderschullehrer, der für den Bereich der Menschen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung ausgebildet wurde. Dass du deine Arbeit nicht genauso gut machen kannst stelle ich nicht in Frage, es geht auch nicht darum, ob du ein Zeugnis schreiben kannst oder nicht, aber du musst doch auch zugeben, dass NUR im Sinne der Kosteneinsparung der Status besteht, statt teurer Sonderschullehrer Fachlehrer oder HFLs einzusetzen. Die teueren G-Sonderschullehrer haben in Bayern kaum Chancen, an Förderschulen mit ihrem Ausbildungsschwerpunkt zu arbeiten, sondern werden an SFZs mit den Förderschwerpunkten Lernen und emotionale Entwicklung eingesetzt – ohne verbeamtet zu werden oder zukunftssichere Arbeitsverträge zu erhalten. Sobald nun in der Öffentlichkeit das Recht eines JEDEN Kindes auf einen akademisch ausgebildeten Lehrer zur Sprache kommt, bekommen die Fachlehrer und HFLs die Krise und Zukunftsängste.
Ich frage dich: Würdest du dich nicht aufregen oder zumindest verwundert schauen, wenn dein Kind an einem/r Gymnasium/Realschule/Hauptschule wäre und zum neuen Schuljahr keinen Gymnasiallehrer/Realschullehrer/Hauptschullehrer mehr bekommen würde, sondern einen Heilpädagogen oder eine Erzieherin mit Zusatzausbildung?
Das wäre an keiner Schule möglich! Die Eltern würden sofort und zu Recht dagegen vorgehen. Warum ist es im sonderpädagogischen Bereich mittlerweile vollkommen normal?
Meine Anfrage betraf ja vor allem die Situation, dass an einer Schule die HFLs und Fachlehrer dazu verdonnert werden sollen, das KOMPLETTE Zeugnis selbst zu schreiben, da ja der Sonderschullehrer überhaupt keinen Einblick hat, was in der Klasse eigentlich geschieht…Unterschreiben soll es dann aber der Sonderschullehrer. Es ist klar, dass die verschiedenen Fachbereiche von den verantwortlichen Lehrern geschrieben oder zumindest in Zusammenarbeit verfasst werden. Die Zeugnisse im Bereich der geistigen Entwicklung können durchaus mal 3-4 Seiten lang sein…
Hallo Florian,
ich verstehe deinen Unmut, so ist das in NRW nicht, da sind in der Regel Sonderpädagogen mit Fachlehrern in einer Klasse, wobei der
Sonderpädagoge meist die Klassenleitung hat. Es gibt aber auch Klassen,in denen keine Sonderpädagogen tätig sind. Da hat dann ein Fachlehrer die Klassenleitung. Wer soll denn dann das Zeugnis schreiben, die Schulleitung?.
Wir teilen uns die Zeugnisse untereinander auf, die gegebenen Fächer
schreibt natürlich der jeweilige Lehrer. Wir unterschreiben als
Klassenteam alle zusammen jedes Zeugnis und beraten uns vorher auch über den Inhalt. Ich bin übrigens die Einzige, mit einer vollen Stelle in meiner Klasse. Somit habe ich zwar offiziell nicht die Klassenleitung, aus Sicht der Kollegen aber schon.
Wir werden im nächsten Schuljahr wahrscheinlich eher das Problem an
unserer Schule haben überhaupt Lehrkräfte zu finden. Ich arbeite nämlich an einer Privatschule. Wir können nicht sofort Verbeamtungen anbieten, sondern meist nur Jahresverträge. Da fängt dann kein Sonderpädagoge an,wenn er bei einem öffentlichen Träger sofort eine Festanstellung erhällt mit der Aussicht auf Verbeamtung.
Zu meiner Ausbildung kann ich dir jedoch mitteilen, dass ich eine
Erzieherausbildung speziell für geistig behinderte Menschen habe und
diese sich nicht großartig von deinem Grundstudium unterschieden hat.
Dies weiß ich, da ich damals mit einem angehenden Sonderpädagogen
zusammen war.
Dein Beispiel mit den Heilpädagogen an Gymnasien ist so nicht richtig.
Es kommt an diesen Schulen aus Mangel an Lehrern vor, dass Ingeneure
oder Chemiker als Lehrer eingestellt werden, die dann auch laut BASS
einen Antrag auf Gleichstellung mit einem Lehrer der jeweiligen Stufe,in der sie unterrichten, stellen können. Denen fehlt dann die ganze pädagogische Ausbildung.sowie der methodisch didaktische Teil.
Viele Grüße
Bärbel
Hallo Ihr,
Ich arbeite an einem Förerzentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung in S-H. Ich habe vor vielen Jahren eine Heilerzieher Ausbildung gemacht, und dadurch alle wichtigen Grundlagen “Studiert” die man in dieser Arbeit braucht.Das Leben und Arbeiten in diesem Bereich hat mir den Weg in den Schuldienst ermöglicht.Mir und der Familie hätte nix besseres passieren können. Ich bin wirklich da angekommen, wo ich mich mit meinen Fähigkeiten perfekt ein bringen kann. Diesen Job mach ich nun 9 Jahre als Angestellte Lehrerinn und habe Erfahrungen in unterschiedlichen Teams gesammelt.Mein Start war eine gr. Herausforderung , 6 Jahre lang hatte ich mit jungen , unerfahrenen und auch schlecht ausgebildeten Lehrern zu tun.Im Alltag waren dann meine Kompetenz im Umgang mit den Schülern sehr gefragt. Klassenleitung war aber immer die Sonderschullehrerinn und sie hatte für mein empfinden immer die Verantwortung für das was läuft bzw. das was NICHT läuft( Wenn Eltern unzufrieden waren mit recht, dann habe ich auf die Klassenleitung verwiesen.). Die Bereiche die ich zu verantworten hatte habe ich immer gut gewuppt. Es gab aber auch 2 jahre in denen ich einen Rechenkurs geleitet habe, da war ich echt unglücklich. Ich dachte immer mist! das mach ich falsch / nicht gut genug und verdammt die Schüler haben ein recht auf einen fachlich kompetenten Lehrer ( Nun ja ich mußte auch lernen ein Studium ist da auch keine Garantie !). Nach diesen Jahren denke ich nun, die jungen und wenig erfahrenen Lehrer können es auch nicht immer unbedingt besser als ich , aber ich bin entspannter seid ich einen Kurs zur Basalenförderung leite.
Beim Zeugniss und Förderplan schreiben hat jeder immer das geschrieben was er auch unterrichtet hat. Jetzt arbeite ich mit einer erfahenen Sonderschullehrerin zusammen wo wir alle Belange der Schüler gemeinsam abstimmen und entwickeln. Ich fühle mich in diesem Team wichtig und entsprechend meiner Fähigeiten eingesetzt.Wenn es aber hart auf hart käme ist SIE die Klassenleitung und hat auch sämmtliche Verantwortung .UND das schlägt sich ganz klar in der Bezahlung nieder somit finde ich es läuft so wie es sein sollte.
Hallo Florian,
ich bin selber HFL und unterrichte in der Hauptschulstufe eines Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Oberbayern. An unserem Förderzentrum arbeiten 13 HFL. Es gibt die verschiedensten Bekanntmachungen aus dem Kultusministerium zur Stellung der HFL an den Förderzentren, aber leider keine eindeutigen.
Das KM wird sich hüten die Aufgabenverteilung genau festzulegen.
Eine kleine Auflistung im Folgendem:
- Bekanntmachung über die Zusammenarbeit der Sonderschullehrkräfte mit den Heilpädagogen, Werkmeistern und
sonstigem Personal für heilpädagogische Unterrichtshilfe an Förderschulen vom 23. Juni 1995 (StAnz Nr. 28/1995,
KWM Beiblatt S. 127). In diese Bekanntmachung sind auch die Logopäden, Motopäden und Orthoptisten als Personal
für heilpädagogische Unterrichtshilfen mit aufgenommen worden.
-Kommentar zur Bekanntmachung in Dirnaichner/Karl: Förderschulen in Bayern, 72.10 Heilpädagogische Unterrichtshilfe
S. 1-28.
- Tätigkeitsbeschreibung der Heilpädagogen im Sonderschuldienst vom 15.11.1992 IV/11-P8031-4/134755 von Minsterialdirigent
Dr. Kaiser, Staatsministerium für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst
-BayEUG in der Fassung vom 07.07.1994 Art. 1, Bildungs- und Erziehungsauftrag, Art. 2 Aufgaben der Schulen, Art. 59
Lehrkräfte, Art. 60 Förderlehrer, Werkmeister, Heilpädagogen im Förderschuldienst.
Das HFL das Zeugnis ihrer Klasse vollständig schreiben, sollte eigentlich nicht vorkommen. Bei uns schreibt jeder die Beurteilung für seine Unterrichtsfächer die er in der Klasse hält. Der zuständige Sonderschullehrer sammelt diese und schreibt sie in die Zeugnismaske.
Da mein zuständiger Sol in unserer Klasse nur vier Unterrichtsstunden hält, ist der Großteil der Bemerkung natürlich von mir als HFL und den Fachlehrern geschrieben worden.
Du hast sicher recht, dass es derzeit zu verstärkten Diskussionen zwischen SOL und HFL an den Förderzentren kommt. Für die schlechte Einstellungssituation der Sol darfst du aber nicht uns HFL verantwortlich machen. Hier liegt die Schuld eindeutig beim KM.
Es werden so gut wie keine neuen HFL an den Schulen angestellt. In Oberbayern geht man eher dazu über, günstige österreichische Sonderpädagogen anzustellen. 3 Jahre Vollzeitstudium an der Uni Salzburg und dann die bayerische Anerkennung. Finde das Forum übrigens sehr spannend und werde es weiter verfolgen, aber heute wird es mir zu spät. Gruß an alle.
Vielen herzlichen Dank Tom, endlich mal ein paar handfeste Fakten – danach habe ich gesucht. Werd mich da mal durcharbeiten. Und keine Sorge, ich weiss, wen ich für die schlechten und nicht nachvollziehbaren Einstellungsbedingungen verantantwortlich machen muss.
Florian, hier nur mal ein Modell, wie wir es an einer Förderschule KM in NRW “fahren”: Wir arbeiten im Team und verstehen es als solches meist als Selbstverständlichkeit, auch so zu agieren, d.h. besprechen auch die Bereiche “Sozial-, Arbeits- und Lernverhalten aller Schüler grob im Team, teilen dann ungefähr nach anteiligem Stundenkontigent die Anzahl der Schüler auf und schreiben jeder für sich, lesen dann fertige Texte gegen/ + Korrektur. Die Fächer schreibt jeder selbst, gibt sie ebenfalls mindestens einem der Kollegen (der zumindest teilweise auch in seinem Unterricht ist) zum Gegenlesen/ Korrigieren. Zeugniszusammenfügung i.d.R. durch den Klassenlehrer, der i.d.R. ein Sonderschullehrer ist. Zeugnisse für schwerstmehrfachbehinderte Schüler werden i.d.R. im Team beraten und dann aufgeteilt. Jährliche Förderbedarfsermittlung i.d.R. im Team; Förderpläne ebenfalls. AO-SF nur Sonderschullehrer.
In jeder Klasse arbeitet mindestens 1 Sonderschullehrer + Fachlehrer; je nach Klassenstärke/ Klassenzusammensetzung erfolgt die Zuteilung des Stundendeputats und der eingesetzten Kollegen.
Der schwelende Zorn im Untergrund wegen unterschiedlicher Rechte/ Pflichten und Bezahlung konnte vor einigen Jahren minimiert werden, indem Fachlehrer auch selbständigen Unterricht erteilen dürfen, alle Stunden voll zählen und gezahlt werden und die gegenseitige Anerkennung und Teamarbeit im Vordergrund steht. Ungerechtigkeiten in der Bezahlung sind selbstverständlich gegeben.
Ich arbeite als HPU (Heilpädagogische Unterrichtshilfe) an einer Förderschule für geistige Entwicklung in Oberfranken. An unserer Schule schreiben HFls und HPUs je nach Stundenanzahl die Zeugnisse ganz oder teilweise. Da wir im Gegensatz zu den SonderpädagogInnen keine Ferien haben sind wir dazu übergegangen die Zeiten, die wir für die Zeugnisse benötigen als Überstunden aufzuschreiben – ansonsten gehen sie von unserer ohnehin knapp bemessenen Vorbereitungszeit weg. Die Schulleitung hat nus jetzt dieses Vorgehen untersagt. Wie wird der Zeitfaktor bezüglich der Zeugnisse an Euren Schulen gehandhabt?
Hallo Agathe,
schau dir mal die Homepage des HFL Verbandes http://www.hfl-ev.de an. Dort kannst du einige KMS zum Thema Arbeitszeit finden. Eigentlich orientiert sich die Arbeitszeit der HFL/HPU an dem der SOL. Die Ferien sollten also auch frei sein. Wahrscheinlich arbeitest du aber bei einem privaten Träger (ich vermute die AWO).